Geschichten aus dem Leben 2017- 2021
Einkehr, Dezember 2021
Stiller ist es geworden. Draußen ziehen sich die Pflanzen zurück, es ist grau, nebelig, zwischendrin fällt Schnee. Die Temperaturen sind kühler, zweiweise gefriert es. Winterzeit. Zeit, sich zurückzuziehen, dem Treiben aus Distanz zuzusehen, verschiedene Perspektiven wahrzunehmen, in Stille. Zeit um zu Hause wie für sich einzukehren.
Etwas, das besonders in der Vorweihnachtszeit und zum Jahresausklang Platz finden darf. Es kann wohltuend sein, sich ein Stück von allen hektischen und turbulenten Geschehnissen zu distanzieren. Sich von Meinungen zurück zu ziehen, in sich hinein zu spüren. Seinen eigenen Gedanken zu folgen, diese zu beobachten. Sich selbst zu beachten. Sich selbst mit allen Facetten des Lebens und Fasern des Körpers wahrzunehmen.
Zu erspüren und fühlen, was die eigenen Empfindungen, Gefühle und Gedanken sind. Wie diese sich ergeben, woher sie kommen, wohin sie gehen. Wahrzunehmen, was Emotionen als auch Gedanken mit dem Körper machen. Wo und wie sie spürbar sind. Wie der Körper sich anfühlt. Einen inneren Dialog zu führen, mit sich selbst. Zuzuhören, zu aller erst, sich selbst.
Was immer in diesen bewegenden Tagen sein mag, halte inne, bleibe bei dir und atme.
Dein Atem ist dein täglicher Begleiter, er signalisiert dir, dass du lebst.
Nimm ganz bewusst, dich und deinen Atem wahr.
Werde dir dann bewusst, du lebst.
Danke, dass du da bist.
28. April 2020
Kunterbuntes Kinderprogramm
Neulich war ich in einem Drogeriemarkt, als ich ein kleines Kind mit schätzungsweise vier Jahren fragen hört: "Mama, warum sind denn die Spielsachen weg, die hier standen?" Die Mutter antwortete knapp: "Weil man nicht mehr spielen darf." Dies fand ich schauderhaft.
Die Vorstellung, dass Kinder nicht mehr spielen dürfen. Spiel, das zur Entfaltung gehört, das es ermöglicht auf freudige Art und Weise die Welt zu begreifen. Die öffentlichen Spielplätze sind schon eine Weile gesperrt. Das Schaukelpferd, das in besagtem Laden stand, ist entfernt und die Kindergärten wie Kitas sind hier zu Lande größtenteils geschlossen. Gerade für Kinder ist Zeit kaum greifbar - diese leben jetzt im Moment. Und da der Moment jetzt für die Kleinen, wie auch für uns Großen, ungewöhnlich ist, hatte ich eine Idee.
Ich habe die Karteikarten, die ich normalerweise für Workshops nutze, herausgesucht. Habe mir Buntstifte bereitgelegt und meinen Gedanken freien Lauf gelassen. Alles, was mir in den Sinn kam, was interessant sein könnte, was mir selbst Freude machen würde, habe ich notiert. Sei es, an die Isar gehen und Steine sammeln, diese zu bemalen und den Nachbarn als Glückssteine vor die Tür zu legen, den Vögeln zuhören und über deren Lebensraum zu recherchieren, Blumen pflanzen und diesen beim Wachsen zuzusehen und vieles mehr. Daraus entstand eine Liste, die täglich länger wird. Ich habe mich dafür entschieden, in einem regelmäßigen Turnus von zwei Tagen, zwei Mädels zu damit zu beglücken.
Meine Nachbarmädls bekommen nun alle zwei Tage Post von mir. Dazwischen haben sich auch andere Kinder, wie eine liebe kleine Freundin, als auch meine Neffen, geschlichen.
Bei den Nachbarinnen steht eine Karte vor der Tür. Diese beinhaltet kleine Aufgaben, die den Tag versüßen, ihn auflockern, bunter und fröhlich machen können.
Vielleicht haben Sie in Ihrem Umfeld, bei sich zu Hause, in der Nachbarschaft oder in der Familie Kinder, denen es auch fade ist. Dann wünsche ich Ihnen viele kreative Ideen.
Die Freude, die dabei entsteht, die zaubert auch Großen wie mir ein Lächeln auf die Lippen. Viel Spaß dabei!
PS: Dieses wunderschöne Danke lag vor meiner Tür.
23. April 2020
Ein paar gute Aspekte als auch Anregungen fürs Homeoffice
• Sie brauchen nicht aus dem Haus gehen - dadurch haben Sie den kürzesten Arbeitsweg, der möglich ist
• Sofern keine Videokonferenzen anstehen, spielt das Aussehen weniger eine Rolle
• Es ist möglich, mal in den bequemsten Klamotten zu arbeiten - Sie können sich richtig wohlfühlen
• Zwischendurch sind kurze Verschnaufpausen nach dem eigenen Gefühl machbar
• Praktisches wie Wäsche waschen, aufhängen oder Geschirr spülen o.ä. führen zu praktischen Erledigungen und gleichzeitig effektivem Vorgehen im gesamten Arbeitsrhythmus - wunderen Sie sich nicht, wenn sie beim Spülen plötzlich neue Ideen oder Lösungen für zuvor zwanghaft überlegte Themen haben
• Gemütliches kochen und essen ist nun wunderbar möglich
• Richtig lange nach dem Biorhythmus Pause machen - nun kein Thema - auch das fördert die eigene Leistungsfähigkeit wieder
• Arbeiten, wie es dem eigenen Empfinden angemessen ist, auch das ist durchführbar und kann zeitlich effektiver sein z.B. Arbeitsbeginn früh morgens um 6 oder Mittags um 12
• Unbedingt nicht vergessen: zwischendurch durchatmen, aus dem Fenster schauen und auch mal frische Luft rein lasse oder einfach mal durch die Wohnung gehen
• Kleine Gymnastikübungen können ideal integriert werden - sei es Dehnübungen für den gesamten Körper oder Augengymnastik, für die Entspannung des Sehorgans, gerade bei langen PC-Zeiten
• Möglicherweise machen Sie nun ganz neue Aufgaben und haben enorm Freude über eine sinnvolle Tätigkeit
• Was fällt Ihnen noch ein?
31. Juli 2019
Willkommenskultur auf Reisen, durchs Leben
In einem meiner Achtsamkeitskurse, kam das Thema auf, vor unangenehmen Körperempfindungen weg zu schauen. Dabei fragte ich mich, ob das nicht nur für diese Situation zutreffend ist. Sondern etwas Grundlegendes ist, was dauernd passiert. Die Augen zu verschließen, wenn es unangenehm wird. An Stelle sich der Themen zu stellen, sie zu betrachten und sie anzunehmen, wie sie sind. Und im nächsten Schritt zu überlegen, was in diesem Moment gemacht werden kann.
Besonders jetzt, zu Beginn der Sommerferien in Bayern, treten viele eine Reise an. Gerade die südlichen Länder sind für den Sommerurlaub sehr beliebt. Etwas Sonne tanken, ein bisschen im Meer baden, feines Essen genießen. Alle Personen, die dann unterwegs sind und letztlich nicht in dem Land, das sie besuchen verwurzelt sind, sind letztlich Fremde. Da kann es doch durchaus auch mal sein, sich nicht ganz wohlzufühlen. Aus verschiedenen Gründen. Weil die Sprache nicht gesprochen wird, der Weg nicht bekannt ist oder die Gepflogenheiten etwas anders sind.
Es kann natürlich auch das Gegenteil passieren. Eine große Freude, wenn alles nach Plan läuft, oder einem geholfen wird, bspw. den Weg zu finden, eine Auskunft zu erhalten, wo der nächste Bahnhof ist, oder wo es eine adäquate Unterkunft gibt. Hinweise über den schönsten Strand oder das beste Eis können ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Hatten Sie das vielleicht mal irgendwann /-wo erlebt. Ich wünsche es Ihnen. Denn dann dürfen Sie sich sehr glücklich schätzen, dass Sie in der Fremde, einen guten Ratschlag, eine weisende Hand oder ein informatives Gespräch erleben durften.
Erinnern Sie sich bitte daran, wenn andere Menschen Ihre Unterstützung brauchen.
Rückblende: Ich war viel unterwegs und habe in zahlreichen Ländern, von unterschiedlichsten Menschen Hilfe und liebevolle Gastfreundschaft erfahren. Nicht nur im Ausland, auch hier zu Lande. Ein Erlebnis davon, möchte ich gerne festhalten. Ich war auf einer Wandertour entlang eines Flusses. Das war im Mai, letzten Jahres. Damals habe ich mehrere Tage mit leichtem Gepäck, eine Tour, mit wenig Vorplanung gemacht. Ich wusste den Start- und Endpunkt und so marschierte ich ab Ulm los. Eines Abends, die Sonne stand noch recht hoch, bin ich in einem kleinen Ort eingelaufen. Ich war zuvor rund 25 km zu Fuß unterwegs. Ich war müde, hatte Hunger und noch keine Übernachtung. Zudem wollte ich ganz dringend auf Toilette. Auf einer Holzbank saß ein Mann mit Brille und Kappe. Er lehnte an der Mauer des Gebäudes hinter ihm. Ich beobachtete, wie er gemächlich und versonnen dem Verkehr zu sah, der sich am Abend durch den Ort schob. Ich ging auf ihn zu und fragte ihn nach einer Essens- und Übernachtungsmöglichkeit und zu allererst nach einer Möglichkeit, auf die Toilette zu gehen.
Er schickte mich in ein Restaurant nach nebenan und bot an, in der Zwischenzeit mein Gepäck zu bewachen. Gesagt getan. Ich nahm nur das wesentlich in meiner Jutetasche mit, lies den Rucksack bei ihm und kam erleichtert zurück. Wir plauderten eine Weile, über dies und das. Er entpuppte sich als alt eingesessener Einwohner und kannte jede Gaststätte und jede Person im Ort. Ich konnte dank seiner Hilfe direkt ein Zimmer für die Nacht auftun. Der Mann empfahl mir zudem eine Wirtschaft, nach seiner Aussage die beste im Ort. Er bot mir an, mich zu begleiten. Nicht nur das, er fragte ganz freundlich, ob es in Ordnung wäre, wenn er mit mir zusammen zu Abendessen würde. Ich hätte durchaus ablehnen können, fand das Gespräch jedoch sehr angenehm und willigte ein. So gingen wir durch den Ort, in das Lokal, wo ihn jeder kannte. Der Mann lud mich letztlich ohne großes Aufsehen seinerseits, zum Abendessen ein. Hinterher zeigte er mir noch den Weg, zu der Übernachtungsmöglichkeit, damit ich auch sicher ankomme. Er verabschiedete sich höflich und diskret. Ich sah ihn nie wieder. So wie er für einen Moment in mein Leben getreten ist, so war er wieder weg. Der ältere Mann, von der Holzbank.
Solche Begegnungen, zeigen mir, wie herzlich die Menschen sein können. Wie schön und berührend das für mich ist. Wie gut das tut. Wie willkommen ich mich gefühlt habe. Es allerdings auch zeigte, dass sich alles fügt, die Dinge sich finden und überall Menschen sind, die weiterhelfen. Solche wundervollen Begegnungen wünsche ich Ihnen. Nicht nur das. Sondern, dass Sie das was Sie Erleben auch weitergeben und selbst tun können ♥
7. Juni 2019
Natürlichkeit
Als ich mich auf den Weg der Selbstständigkeit gemacht habe, habe ich mich im wahrsten Sinne auf den Weg gemacht. Damals bin ich viel zu Fuß gegangen. Am liebsten die Isar entlang. Die bin ich letztlich dann auch in gesamter Länge abgegangen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Wovon ich diesmal schreiben will, ist die Langsamkeit und die eigene Fußleistung, die mich täglich und insbesondere bei kleinen Auszeiten des Weges gebracht haben. Das habe ich persönlich sehr genossen. Wegen der körperlichen Erschöpfung am Abend, aber auch wegen der eigenen Leistung die ich erbracht habe. Der zurückgelegte Weg war gleichfalls ein Weg mehr zu mir und der eigenen Natürlichkeit. Es hatte den Nebeneffekt, dass ich täglich nur das hinter mir gelassen habe, was ich selbst aus eigener Kraft erreichen konnte. Was können Sie täglich aus Ihrer Kraft schaffen? Wo ist der natürliche Fortbewegungs- und Lebensfluss gegeben?
17. März 2019
Bewusstseinswerkstatt - mit Achtsamkeit zur Nachhaltigkeit
Unter dem Motto und mit folgendem Ankündigungstext war ich am Freitag den 15. März 2019 um 14 Uhr zu einem Vortrag auf der Internationalen Handwerksmesse in München, in der Halle B2. Dort war ich zu Gast auf dem Green Campus - herzlichen Dank für die Einladung dazu, von Grün und Gloria.
"Werkstatt Leben beinhaltet das Handwerken in etwas anderer Art – definitiv ist es nachhaltig. Dahinter verbirgt sich Julia Philipp welche Menschen begleitet, die sich neu orientieren, formen und das eigene Bewusstsein erweitern wollen. In dem Zuge informiert, coached und trainiert sie Menschen, die sich mit den eigenen als auch unternehmerischen Zukunftsperspektiven auseinandersetzen. In dem Kontext geht es mitunter darum, dass wir nur diesen einen Planeten Erde zu leben haben. Die Überlegungen, zu unserem eigenen Sein führen häufig dazu, sich damit auseinanderzusetzen, was das eigene Leben, aber auch der anderen, ausmacht. Die Konzentration auf das Jetzt, durchaus auch mit dem Blick nach vorne.
Die eigene Entwicklung kommt von innen. Durch Achtsamkeits- als auch Entspannungsübungen führt Sie Menschen wieder mehr zu sich selbst, zu ihrem Bewusstsein, den Instinkten als auch Ressourcen und nicht zu vergessen, zu ihren Wünschen. Dabei fließen Elemente des globalen Zusammenlebens, insbesondere nachhaltige und ökologische Themen mit ein. Der Klimawandel ist das Stichwort. Was kann ich als einzelne Person tun, um in einer für mich „gesunden“ Welt zu leben? Wie konsumiere ich? Was konsumiere ich? Wie sind die Transportwege und der CO2 Ausstoß? Das sind grundlegende Themen, die Julia Philipp mit den Menschen thematisiert und mit ihnen Veränderungen in jeglicher Lebensweise anstößt. Weitere Steine die ins Rollen kommen, sind nicht ausgeschlossen"
10. Januar 2019
Der Schnee kommt leise und bauschig vom Himmel geflogen und taucht die Stadt in eine weiße Winterlandschaft. Jeder Schritt ist mit einem knirschen versehen. Die Freude ist mir ins Gesicht geschrieben. Immer schon liebte ich den frischen Schneefall, besonders, weil alles um einen leiser und ruhiger wird. Die Menschen werden auf Grund der Witterungsbedingungen entschleunigt. Wie selbstverständlich machen Sie langsamer, weil die öffentlichen Verkehrsmittel später kommen, das Vorankommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad ebenso länger dauert.
Genießen Sie die Stille und nehmen Sie sich Zeit, vielleicht auch mal über die Schneefallsaison hinaus.
21. Dezember 2018
Weihnachten naht...
...und bei der ein oder anderen Person steht womöglich die Geschenkefrage noch aus. Machen Sie es sich doch einfach und schenken Sie diesmal was richtig Freudiges, gemeinschaftliches, (vielleicht gar) seltenes und ökologisches - Zeit! Verbringen Sie Zeit mit den Menschen, die Sie gerne haben. Treffen Sie sich auf einen winterlichen Tee, einen Spaziergang im Schnee oder verabreden Sie sich auf ein ausgiebiges Telefonat. Viel Freude dabei und eine wundervolle Weihnachtszeit. Alles Liebe ♥ Julia Philipp
11. Dezember 2018
Engelsgeschichten
Ich habe dieses Jahr, wie jedes Jahr zuvor, ein kuscheliges weißes Stoffsäckchen in Stiefelform mit einem dunkelbraunen Rentier darauf an die Wohnungstür gehängt. Außen. Das Säckchen hängt seit dem Nikolaustag dort. Seither war es immer gefüllt.
Am Morgen des 6. Dezember habe ich ein Glas mit selbstgemachten Weihnachtskeksen und einen Tee darin entdeckt. Am Folgetag waren es zwei Energieriegel mit Nuss, Kakao und Orange. Jedes Mal habe ich ganz vorsichtig erspürt, was darin ist. Und jedes Mal habe ich mich sehr darüber gefreut. Dann war eine Weile Stille eingekehrt. Leere. Ruhe, war in den Säckchen. Die nahm ich besonders dankend an. Denn die wohltuende Stille auch in der Vorweihnachtszeit hat für mich einen enormen Wert.
Gestern Abend, als ich heimkam, befand sich eine zauberhafte Karte mit fleißigen Engeln darin und ein gefalteter Papierstern in dezentem rot, mit weißen Sternen darauf. Mit Freude habe ich diese Sachen in der Küche platziert. Als ich heute Morgen die Tür öffnete und schaute, was über Nacht wohl zu mir gekommen ist, ertastete ich ganz feine Gegenstände. Es waren zierliche silberne Engelsflügel und ein Herz aus Glas. Nachdem die Engel unsichtbar sind, sage ich auf diesem Weg – ein ganz herzliches Dankeschön!
Es ist mir eine riesen Freude und das schönste Fest jeden Morgen in der Vorweihnachtszeit, all diese wundervollen Gaben zu erhalten. Danke. Auch für all die anderen Sachen, die immerfort zu mir kommen.
PS: Probieren Sie das doch auch einfach mal aus und haben Sie vor allem Geduld. Die letzten drei Jahre hatte ich ausschließlich Stille erhalten. Das war auch schön. Die Abwechslung in diesem Jahr, ist jedoch durchaus auch wohltuend.
20. November 2018
Einfach machen
Einfach machen ist seit langem meine Devise.
24. September 2018
Die Macht der Gedanken oder was Gedanken machen...
Als ich neulich auf dem Weg zur S-Bahn war, hörte ich bei dem Bäcker im Zwischengeschoß eine Frauenstimme, die sagte: „Für mich, zwei schöne Brezen, bitte.“
Bei dem Ausdruck hielt ich einen Moment inne und schmunzelte in mich hinein. Denn was bitte sind denn zwei schöne Brezen? Etwa zwei käsige, oder doch eher die knusprigen, dunkel gebackenen, die mit wenig Salz, die mit viel, Brezen, die gerade sind, oder doch die krummen, die kleinen, die großen… Ich wusste es nicht. Zumindest wusste ich nicht die Definition, der Schönheit, wie diese Frau sie für sich schön empfand. Um das in Erfahrung zu bringen, hätte ich Sie wohl am besten gefragt.
Da ich auf dem Weg war, es nur aus dem Ohrenwinkel vernahm und das letztlich für mich in dem Moment keine weitere Rolle spielte, habe ich es sein lassen, nachzufragen. Wäre ich jedoch unmittelbar an dem Geschehen beteiligt gewesen, hätte ich dies durchaus gemacht. Das ist es, was ich Ihnen generell mal empfehlen kann.
Jede Person hat eine andere Vorstellung. Einzig bei der Formulierung ist häufig noch lange nicht klar, was dahintersteckt. Um dies jedoch verstehen zu können, empfehle ich Ihnen mal nachzufragen. Und selbst wenn Sie denken, es verstanden zu haben, geben Sie mit eigenen Worten und der Formulierung wie Sie das Gesagte der anderen Person verstanden haben, die Aussagen wieder. Damit letztlich wirklich das gemeint ist, was Sie denken, was gemeint sein könnte. Das kann durchaus mal Zeitaufwendig sein, im ersten Moment. Im zweiten wird es sich lohnen, von gleichen Dingen auszugehen, als aneinander vorbei zu reden.
Gutes kommunizieren wünsche ich Ihnen!
PS: In einer meiner Vorlesung stand das Wort Wertschätzung im Raum. Ich fragte die Student*innen, wie sie das Wort für sich definieren. Am Schluss hatte ich lauter verschiedene Definitionen davon.
28. Mai 2018
Mit etwas Abstand schauen die Dinge gleich ganz anders aus
Ich war in einem kleinen bayerischen Ort, irgendwo Alpenvorland. Als ich durch den Ort ging, sah ich alte Häuser, die herausgeputzt waren, mit Fassadenbemalung, Häuser aus den achtziger Jahren, mit den klassischen Glaseingängen, die um die Zeit entstanden. Ich traf auf verlebte und ungepflegt wirkende Häuser. Mein Blick fiel auf ganz neuer Häuser, die noch im Rohbauzustand da standen, bei andere war schon alles verputzt und es wohnten scheinbar Menschen drin. Bei weiteren Häusern fehlten einzelne Fenster, es gab Bretterverschläge an den Türen. Diese wirkten verlassen und unbewohnt.
So ist auch das Leben, kunterbunt. In der Detailbetrachtung wirkte es möglicherweise unstimmig und konträr. Als ich allerdings meinen Weg fortsetzte und aus der Ferne, vom Waldesrand, auf den lang gezogenen Ort, mit der Kirche in der Mitte blickte, da wirkte es sehr harmonisch. Nehmen Sie mal Abstand von den Dingen, betrachten Sie sie aus der Ferne und der Blick wird sich ändern.
30. April 2018
Wünsch dir was...
Es liegt schon eine Weile zurück, als ich in den winterlich kalten Monaten in der Sauna saß. Beim Verlassen der Sauna und dem Gang zu den Kleiderhacken, die in der Nähe der Dusche angebracht sind, fiel mein Blick auf ein leichtes Saunatuch. Als ich das mit Blumenmuster gewebte Tuch ansah, kam der Gedanke auf: das wäre auch für mich praktisch, denn so hätte ich weniger Gepäck. Die ganzen Utensilien von großem bis kleinen Handtuch, Bademantel, Buch, Kosmetika, Getränk usw. füllen meinen Rucksack gut aus. Ich habe den Gedanken keine weitere Beachtung geschenkt und auch nicht darüber gesprochen.
Als ich in diesem Monat Geburtstag hatte und das mit rotem Papier und grüner Schleife verpackte Geschenk meiner Schwester öffnete, war genau ein solches Saunatuch drin. Ich musste innerlich schmunzeln, sicher auch äußerlich und habe mich sehr gefreut. Aus vielerlei Erfahrung darf ich Ihnen sagen, das mit dem wünschen funktioniert wunderbar, wenn Sie Ihren Wunsch nicht weiter beachten. Umso schöner ist es, wenn er von tiefstem Herzen kommt.
In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen viel Freude beim Wünschen und in Erfüllung gehen!
PS: In dem Paket lag oben auf eine Karte mit einer Pusteblume und dem Spruch: "Wünsch dir was..."
16. Januar 2018
Folge deinem Instinkt...
Neulich habe ich eine Freundin besucht, die vor kurzem Mutter einer Tochter geworden ist. Wir hatten uns zu einem späteren Frühstück verabredet und neben uns beiden, hatte auch die Kleine Hunger. Sie will scheinbar exakt alle zwei Stunden was trinken. Da kann meine Freundin quasi die Uhr bzw. neuerdings die App danach stellen. Eine Einrichtung, die wir alle haben. Damit ist nicht die App gemeint, sondern den Instinkt. Dieser ist jedoch über die Laufe der Jahre und die Einflüsse von außen ein Stück aus dem Sichtfeld getreten. Konzentrieren Sie sich wieder mehr, auf sich. Dann kann der Instinkt wachsen und gedeihen.
07. Januar 2018
Multitasking ist einfach nicht...
Ich wollte es wieder einmal probieren: Socken aufhängen, Nachricht beantworten, parallel ein Spiegelei machen und die Homepage aktualisieren. Alles in Kombination kann jedoch nur schief gehen! Die Emotion Ärger, über mich selbst, ist dann innerlich hoch gekocht. Denn die liebste Pfanne, so ein kleine, in einer meiner liebsten Grünfarben, war ruiniert. Die Nachricht ging daneben, zumindest der Inhalt und die vielen wohl gewählten Worte für die Homepage waren verloren. Da ich in Anbetracht der nebenher laufenden Dinge, auf die falsche Taste kam, ohne vorab zu speichern. Einzig die Socken, die hingen gut.
In Wirklichkeit waren es jeweils nur zwei Sachen parallel. Aber gescheitert ist auch das. Also seien sie achtsam im Moment und tun sie ein Ding nach dem anderen. Mehr ist nicht möglich. Ich durfte es selbst wieder einmal leibhaftig erfahren.
27. November 2017
„Schön machst du das, Julia.“ Das waren die Worte, die die dreijährige Tochter einer Freundin gestern zu mir sagte, als ich Sterne und Schmetterlinge zum Dekorieren auf die Plätzchen gelegt habe. Wie wundervoll, solche Worte, aus diesem kleinen Mund. Einfach so.
Weil ich selbst die letzten zwei Samstage so tolle Menschen im Ruffinihaus zum völlig ausgebuchten gecoachten Tee / Kaffee begrüßen durfte, möchte ich das aufgreifen und zum Anlass nehmen, um einfach mal Danke zu sagen. An alle, die da waren - es war wunderbar, ihr ward wunderbar!
Ich finde, das ist etwas, was wir viel häufiger tun sollten. Den Menschen um uns herum zu sagen, was sie gut machen oder einfach, wie schön es ist, dass sie da sind. Vielleicht wollen Sie das aufgreifen und selbiges tun. Direkt und persönlich, im Gespräch. Oder indirekt, mit einer Karte, einer kleinen Geste oder einer kurzen Nachricht. Es braucht nicht viel dafür, um positive Wörter und Gedanken in das Leben und die Welt zu streuen.
In diesem Sinne eine wohlwollende und entspannte Vorweihnachtszeit, mit reichlich positiver Energie, einem Strahlen im Gesicht und innerer Ruhe.
PS: Als die Kleine ankam, hatte sie den rechten Schuh am linken Fuß und den linken Schuh am rechten Fuß. Nach ihrer Meinung war das völlig richtig rum. Recht hat sie. Denn es ist immer alles eine Sache der Perspektive. Vielleicht als Anstoß, selbst mal die Ansicht zu überdenken. Natürlich kann es auch was anderes sein, als die Schuhe. Probieren Sie doch mal aus, auf dem Weg in die Arbeit oder zurück, einen anderen Weg zu nehmen, als für gewöhnlich. Gehen Sie mit offenen Augen und schauen Sie wie ein/e dreijährige/r, die / der jeden Tag die Welt neu entdeckt.
Von ganzem Herzen, viel Spaß dabei 😊
Übrigens: Alle Texte und Bilder dieser Seite dürfen nicht ohne meine ausdrückliche Genehmigung anderweitig veröffentlicht werden, auch nicht in Teilen. Wer meine Texte ohne mein Einverständnis übernimmt, verstößt gegen das Urheberrecht.