Werkstatt Leben
Erfasse das Leben mit allen Sinnen und finde deinen Lebenssinn

Geschichten aus dem Leben

31. Juli 2019

Willkommenskultur auf Reisen, durchs Leben

In einem meiner Achtsamkeitskurse, kam das Thema auf, vor unangenehmen Körperempfindungen weg zu schauen. Dabei fragte ich mich, ob das nicht nur für diese Situation zutreffend ist. Sondern etwas Grundlegendes ist, was dauernd passiert. Die Augen zu verschließen, wenn es unangenehm wird. An Stelle sich der Themen zu stellen, sie zu betrachten und sie anzunehmen, wie sie sind. Und im nächsten Schritt zu überlegen, was in diesem Moment gemacht werden kann.

Besonders jetzt, zu Beginn der Sommerferien in Bayern, treten viele eine Reise an. Gerade die südlichen Länder sind für den Sommerurlaub sehr beliebt. Etwas Sonne tanken, ein bisschen im Meer baden, feines Essen genießen. Alle Personen, die dann unterwegs sind und letztlich nicht in dem Land, das sie besuchen verwurzelt sind, sind letztlich Fremde. Da kann es doch durchaus auch mal sein, sich nicht ganz wohlzufühlen. Aus verschiedenen Gründen. Weil die Sprache nicht gesprochen wird, der Weg nicht bekannt ist oder die Gepflogenheiten etwas anders sind.

Es kann natürlich auch das Gegenteil passieren. Eine große Freude, wenn alles nach Plan läuft, oder einem geholfen wird, bspw. den Weg zu finden, eine Auskunft zu erhalten, wo der nächste Bahnhof ist, oder wo es eine adäquate Unterkunft gibt. Hinweise über den schönsten Strand oder das beste Eis können ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Hatten Sie das vielleicht mal irgendwann /-wo erlebt. Ich wünsche es Ihnen. Denn dann dürfen Sie sich sehr glücklich schätzen, dass Sie in der Fremde, einen guten Ratschlag, eine weisende Hand oder ein informatives Gespräch erleben durften.

Erinnern Sie sich bitte daran, wenn andere Menschen Ihre Unterstützung brauchen.


Rückblende: Ich war viel unterwegs und habe in zahlreichen Ländern, von unterschiedlichsten Menschen Hilfe und liebevolle Gastfreundschaft erfahren. Nicht nur im Ausland, auch hier zu Lande. Ein Erlebnis davon, möchte ich gerne festhalten. Ich war auf einer Wandertour entlang eines Flusses. Das war im Mai, letzten Jahres. Damals habe ich mehrere Tage mit leichtem Gepäck, eine Tour, mit wenig Vorplanung gemacht. Ich wusste den Start- und Endpunkt und so marschierte ich ab Ulm los. Eines Abends, die Sonne stand noch recht hoch, bin ich in einem kleinen Ort eingelaufen. Ich war zuvor rund 25 km zu Fuß unterwegs. Ich war müde, hatte Hunger und noch keine Übernachtung. Zudem wollte ich ganz dringend auf Toilette. Auf einer Holzbank saß ein Mann mit Brille und Kappe. Er lehnte an der Mauer des Gebäudes hinter ihm. Ich beobachtete, wie er gemächlich und versonnen dem Verkehr zu sah, der sich am Abend durch den Ort schob. Ich ging auf ihn zu und fragte ihn nach einer Essens- und Übernachtungsmöglichkeit und zu allererst nach einer Möglichkeit, auf die Toilette zu gehen.  

Er schickte mich in ein Restaurant nach nebenan und bot an, in der Zwischenzeit mein Gepäck zu bewachen. Gesagt getan. Ich nahm nur das wesentlich in meiner Jutetasche mit, lies den Rucksack bei ihm und kam erleichtert zurück. Wir plauderten eine Weile, über dies und das. Er entpuppte sich als alt eingesessener Einwohner und kannte jede Gaststätte und jede Person im Ort. Ich konnte dank seiner Hilfe direkt ein Zimmer für die Nacht auftun. Der Mann empfahl mir zudem eine Wirtschaft, nach seiner Aussage die beste im Ort. Er bot mir an, mich zu begleiten. Nicht nur das, er fragte ganz freundlich, ob es in Ordnung wäre, wenn er mit mir zusammen zu Abendessen würde. Ich hätte durchaus ablehnen können, fand das Gespräch jedoch sehr angenehm und willigte ein. So gingen wir durch den Ort, in das Lokal, wo ihn jeder kannte. Der Mann lud mich letztlich ohne großes Aufsehen seinerseits, zum Abendessen ein. Hinterher zeigte er mir noch den Weg, zu der Übernachtungsmöglichkeit, damit ich auch sicher ankomme. Er verabschiedete sich höflich und diskret. Ich sah ihn nie wieder. So wie er für einen Moment in mein Leben getreten ist, so war er wieder weg. Der ältere Mann, von der Holzbank.

Solche Begegnungen, zeigen mir, wie herzlich die Menschen sein können. Wie schön und berührend das für mich ist. Wie gut das tut. Wie willkommen ich mich gefühlt habe. Es allerdings auch zeigte, dass sich alles fügt, die Dinge sich finden und überall Menschen sind, die weiterhelfen. Solche wundervollen Begegnungen wünsche ich Ihnen. Nicht nur das. Sondern, dass Sie das was Sie Erleben auch weitergeben und selbst tun können

In dem Zuge ein Filmtipp, hier der Trailer "Als Paul übers Meer kam"



29. Juni 2019

Polina

Trotz sofortiger Kompensation des Flugs mit einem kleinen Mehrbetrag, als bei Atmosfair errechnet, hat mich mein Gewissen nicht losgelassen. Die Auszeit, das einfache Sein und auch die gemeinsame Zeit habe ich sehr genossen. Die Luft, die Bewegung draußen und das Rauschen des Meeres waren Balsam für mich. Die vielfältigen Begegnungen vor Ort habe ich sehr geschätzt. Den anregenden und durchaus willkommenen Austausch der zu Stande kam, fand ich interessant und bereichernd. Insbesondere wegen der Offenheit, die ich erleben durfte. In den Gesprächen ging es auch, über für mich sehr selbstverständliche Themen, meines täglichen Tuns: den Konsum, die Verpackung und den Schutz der Umwelt - letztlich zu Gunsten von uns Menschen.

Die ersten Änderungen, die nebenher in einem sehr liebenswürdig geführten, teils veganen Lokal entstanden, haben in mir größte Freude ausgelöst. Dass Polina ihre Becher und Servietten auf recycelbar umgestellt, die Plastikflaschen und -strohhalme aus dem Sortiment genommen hat, habe ich ihr nicht direkt vorgeschlagen. Es ging von ihr aus, dass sie nach einem gemeinsamen Gespräch am Abend und der Darstellung meiner Sicht auf die Dinge, ihr Konzept weiter ausgereift und unmittelbar die Dinge umgesetzt hat. Danke dafür und Glückwünsch, für so ein schnelles agieren. Ich wünschte mir, dass viele so schnell handeln.

Falls ihr zufällig mal in Kardamena vor Ort seid - schaut doch bei ihr vorbei. Der Name Lovemade ist in dem liebevoll eingerichteten Lokal, mit den großzügig und luftig angeordneten Tischen unter den Feigenbäumen wahrlich Programm:


Unbedingt zu empfehlen - Pancake mit heller und dunkler Schokolade (großer Süßigkeitenhunger wird vorausgesetzt - eine sehr üppige Portion)!



7. Juni 2019

Natürlichkeit

Als ich mich auf den Weg der Selbstständigkeit gemacht habe, habe ich mich im wahrsten Sinne auf den Weg gemacht. Damals bin ich viel zu Fuß gegangen. Am liebsten die Isar entlang. Die bin ich letztlich dann auch in gesamter Länge abgegangen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wovon ich diesmal schreiben will, ist die Langsamkeit und die eigene Fußleistung, die mich täglich und insbesondere bei kleinen Auszeiten des Weges gebracht haben. Das habe ich persönlich sehr genossen. Wegen der körperlichen Erschöpfung am Abend, aber auch wegen der eigenen Leistung die ich erbracht habe. Der zurückgelegte Weg war gleichfalls ein Weg mehr zu mir und der eigenen Natürlichkeit. Es hatte den Nebeneffekt, dass ich täglich nur das hinter mir gelassen habe, was ich selbst aus eigener Kraft erreichen konnte. Auch hinsichtlich des CO2 Ausstoßes habe ich mich ausgesprochen gut gefühlt. Denn außer dem Zug für den Rückweg war die CO2 Emission hinsichtlich des Transports sehr gering. Eine tolle Art, die freie Zeit zu gestalten. Denn so manches oder gar vieles Gute liegt bereits vor der eigenen Haustür.

Wie die Umstände es nun mit sich brachten, gibt es einen lieben Menschen an einem anderen Ort, mit dem ich sehr gerne Zeit verbringen wollte. Da dieser Ort auf einer entfernten Insel ist, die nur sehr umständlich und langwierig erreichbar ist, habe ich mich mit halb erdrückendem, schwerem Gewissen für einen Flug entschieden. Glücklicherweise gibt es Atmosfair, wodurch ich zumindest eine kleine Schadensbegrenzung durch den von mir gebuchten Flug machen konnte.

Während dem hin- und herfliegen konnte ich jedoch feststellen, wie unnatürlich es für mich ist, abzuheben. Viel lieber bleibe ich auf dem Boden. In diesem Sinne, schauen Sie doch einfach mal um die Ecke, was es alles vor der eigenen Tür zu erleben gibt. Zu Fuß kommt man zudem viel entschleunigter an und kann weitaus anders die Dinge wahrnehmen. Ich mache nun gleiches und schicke sonnige Pfingstgrüße!



1. Mai 2019

Alles gute bringt der Mai...

...in dem Sinne, Momente der Ruhe und Stille, um aufmerksam zu sein, wenn das Gute um die Ecke kommt.

Einen wundervollen Mai und entspannte Momente - anbei eine kleine Sequenz zum Innehalten, vom Wasserplätschern im Bayerischen Wald:








6. April 2019

Park dein Park

Ein neues Projekt zu Gunsten eines lebenswerten Parkraums in der Stadt.

  • Wer steckt dahinter: IFUB* - ein innovatives, junges Münchner Architekturbüro, das über den Tellerrand hinausschaut 
  • Was ist die Idee: Gestaltung von Parkraumflächen mal anders
  • Wer kann mitmachen: alle, die der Meinung sind, mehr Frei-/ Nutzfläche zur Erhöhung der Lebensqualität zu gestalten
  • Was ist zu tun: Kauf, Schenkung o.ä. eines fahrtüchtigen Pickups / Ape und freie kreative Gestaltung der Ladefläche – die Ideen sind frei
  • Was ist zu investieren: der Pickup, den vielleicht jemand sogar günstig abzugeben hat, Materialien für den Um-/Ausbau der Ladefläche, etwas Zeit und kreatives, handwerkliches Geschick sowie ein Parkticket von 30 € pro Jahr (in München)
  • Was bringt’s: Freude was Eigenes zu gestalten, Zeit mit Freunden, Nachhaltige Nutzung von ausrangierten Fahrzeugen, Freifläche wie eine Gartenlaube, Kräuter, Blumen o.ä. vor der eigenen Tür - Erholungswert in Mitten der dicht bebauten Stadt und definitiv was neues

Sie selbst haben es in der Hand, wie Sie Ihre Stadt / Ihr Leben gestalten wollen. Mehr dazu finden Sie unter ParkdeinPark.



24. März 2019

Grün & Gloria

Ein herzliches Dankeschön, an Grün und Gloria für die Bühne beim Green Campus auf der Internationalen Handwerksmesse. Schön und inspirierend war es und dazu gleich noch ein kurzer Ausflug zum Weltschlaftag.

Weltschlaftag…

…das habe ich neulich in einer Werbung gelesen. Wäre es da noch nicht erfunden gewesen, könnte ich ihn fast selbst eingeführt haben. Nicht nur das, vergangenen Sonntag hatte ich den Spruch „Schlaf um dein Leben“ gehört. Das hatte sich wundervoll ergänzt. Auch mit der Aussage meines Papas, wann ich denn beim Green Campus meinen Vortrag hätte. Ich entgegnete um 14 Uhr. Er sagte, mit sichtlicher Erleichterung in der Stimme, gut, dann bist du wenigstens ausgeschlafen. Ja, ein Punkt, der für mich immer schon wichtig war, den ich in meinen Tagesrhythmus gut einplane und den ich gerne anderen weitergeben möchte.

Schlafen Sie, was Sie wirklich brauchen und Ihr Körper sich wünscht. Denn Schlaf ist eines der wesentlichen Bausteine, sich gesund zu halten. Vielleicht wollen Sie das gleich noch verbinden, mit einem Bett aus dem Woid, das regional, sehr innovativ, insbesondere gemeinschaftlich denkend wie Kulturübergreifend verbindend agiert. Dann schauen Sie bei Franz Bettenbauer rein…



17. März 2019

Bewusstseinswerkstatt - mit Achtsamkeit zur Nachhaltigkeit                  

Unter dem Motto und mit folgendem Ankündigungstext war ich am Freitag den 15. März 2019 um 14 Uhr zu einem Vortrag auf der Internationalen Handwerksmesse in München, in der Halle B2. Dort war ich zu Gast auf dem Green Campus - herzlichen Dank für die Einladung dazu, von Grün und Gloria.

"Werkstatt Leben beinhaltet das Handwerken in etwas anderer Art – definitiv ist es nachhaltig. Dahinter verbirgt sich Julia Philipp welche Menschen begleitet, die sich neu orientieren, formen und das eigene Bewusstsein erweitern wollen. In dem Zuge informiert, coached und trainiert sie Menschen, die sich mit den eigenen als auch unternehmerischen Zukunftsperspektiven auseinandersetzen. In dem Kontext geht es mitunter darum, dass wir nur diesen einen Planeten Erde zu leben haben. Die Überlegungen, zu unserem eigenen Sein führen häufig dazu, sich damit auseinanderzusetzen, was das eigene Leben, aber auch der anderen, ausmacht. Die Konzentration auf das Jetzt, durchaus auch mit dem Blick nach vorne.

Die eigene Entwicklung kommt von innen. Durch Achtsamkeits- als auch Entspannungsübungen führt Sie Menschen wieder mehr zu sich selbst, zu ihrem Bewusstsein, den Instinkten als auch Ressourcen und nicht zu vergessen, zu ihren Wünschen. Dabei fließen Elemente des globalen Zusammenlebens, insbesondere nachhaltige und ökologische Themen mit ein. Der Klimawandel ist das Stichwort. Was kann ich als einzelne Person tun, um in einer für mich „gesunden“ Welt zu leben? Wie konsumiere ich? Was konsumiere ich? Wie sind die Transportwege und der CO2 Ausstoß? Das sind grundlegende Themen, die Julia Philipp mit den Menschen thematisiert und mit ihnen Veränderungen in jeglicher Lebensweise anstößt. Weitere Steine die ins Rollen kommen, sind nicht ausgeschlossen"



03. Februar 2019

Ich war im Februar letzten Jahres auf Sizilien. Mit angehaltenem Atem und tiefer innerer Traurigkeit stand ich am Meer und blickte um mich. Ein Auszug von dem was ich gesehen habe:

Strand von Sizilien Februar 2018 @ Julia Philipp


Strand von Sizilien Februar 2018 @ Julia Philipp


Strand von Sizilien Februar 2018 @ Julia Philipp




In einem Artikel von orbmedia stand, dass in über 80 % der von ihnen auf fünf Kontinenten gesammelten Proben Kunststofffasern enthalten sind. Wie viel davon wollen Sie haben?  

Mit einfachen Dingen können Sie zum Gegenteil beitragen und sich selbst was Gutes tun, wenn Sie im Weitesten auf Plastik verzichten. Kaufen Sie wenn möglich Gals statt Plastik, verwenden Sie Jutebeutel für jeglichen Einkauf, nutzen Sie eine Gemüsekiste oder den regionalen Markt, bringen Sie einfach mal ihre eigene Box an die Käsetheke mit oder suchen Sie einen Plastikfreien Supermarkt auf.

Gehen Sie mittags in aller Ruhe was essen, benutzen Sie einen Teller aus Porzellan und Besteck aus Metall. Tun Sie sich was Gutes und vermeiden gleichzeitig Einmalgeschirr.

In gesundem Sinne, für sich selbst und Ihre Umwelt oder Mitwelt (wie Herr Prof. Dr. Lesch heute so schön sagte).




10. Januar 2019

@ Julia PhilippWo ist mein Fahrrad?

Der Schnee kommt leise und bauschig vom Himmel geflogen und taucht die Stadt in eine weiße Winterlandschaft. Jeder Schritt ist mit einem knirschen versehen. Die Freude ist mir ins Gesicht geschrieben. Immer schon liebte ich den frischen Schneefall, besonders, weil alles um einen leiser und ruhiger wird. Die Menschen werden auf Grund der Witterungsbedingungen entschleunigt. Wie selbstverständlich machen Sie langsamer, weil die öffentlichen Verkehrsmittel später kommen, das Vorankommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad ebenso länger dauert.

Genießen Sie die Stille und nehmen Sie sich Zeit, vielleicht auch mal über die Schneefallsaison hinaus.


 

21. Dezember 2018

Weihnachten naht...

...und bei der ein oder anderen Person steht womöglich die Geschenkefrage noch aus. Machen Sie es sich doch einfach und schenken Sie diesmal was richtig freudiges, gemeinschaftliches, (vielleicht gar) seltenes und ökologisches - Zeit! Verbringen Sie Zeit mit den Menschen, die Sie gerne haben. Treffen Sie sich auf einen winterlichen Tee, einen Spaziergang im Schnee oder verabreden Sie sich auf ein ausgiebiges Telefonat. Viel Freude dabei und eine wundervolle Weihnachtszeit. Alles Liebe ♥ Julia Philipp



11. Dezember 2018

Engelsgeschichten

Ich habe dieses Jahr, wie jedes Jahr zuvor, ein kuscheliges weißes Stoffsäckchen in Stiefelform mit einem dunkelbraunen Rentier darauf an die Wohnungstür gehängt. Außen. Das Säckchen hängt seit dem Nikolaustag dort. Seither war es immer gefüllt.

Am Morgen des 6. Dezember habe ich ein Glas mit selbstgemachten Weihnachtskeksen und einen Tee darin entdeckt. Am Folgetag waren es zwei Energieriegel mit Nuss, Kakao und Orange. Jedes Mal habe ich ganz vorsichtig erspürt, was darin ist. Und jedes Mal habe ich mich sehr darüber gefreut. Dann war eine Weile Stille eingekehrt. Leere. Ruhe, war in den Säckchen. Die nahm ich besonders dankend an. Denn die wohltuende Stille auch in der Vorweihnachtszeit hat für mich einen enormen Wert.

Gestern Abend, als ich heimkam, befand sich eine zauberhafte Karte mit fleißigen Engeln darin und ein gefalteter Papierstern in dezentem rot, mit weißen Sternen darauf. Mit Freude habe ich diese Sachen in der Küche platziert. Als ich heute Morgen die Tür öffnete und schaute, was über Nacht wohl zu mir gekommen ist, ertastete ich ganz feine Gegenstände. Es waren zierliche silberne Engelsflügel und ein Herz aus Glas. Nachdem die Engel unsichtbar sind, sage ich auf diesem Weg – ein ganz herzliches Dankeschön!

Es ist mir eine riesen Freude und das schönste Fest jeden Morgen in der Vorweihnachtszeit, all diese wundervollen Gaben zu erhalten. Danke. Auch für all die anderen Sachen, die immerfort zu mir kommen.

PS: Probieren Sie das doch auch einfach mal aus und haben Sie vor allem Geduld. Die letzten drei Jahre hatte ich ausschließlich Stille erhalten. Das war auch schön. Die Abwechslung in diesem Jahr, ist jedoch durchaus auch wohltuend.



20. November 2018

Einfach machen

Einfach machen ist seit langem meine Devise. In dem Sinne habe ich der netten Anfrage von MUC BOOK zu einem Artikel über das Mathilde Westend einfach zugesagt. Obwohl ich keine „geborene“ Autorin bin, bringe ich gerne die Gedanken, die mir durch den Kopf gehen, aufs Papier. So auch zu dem Theaterstück der Hals der Giraffe. Ein absolut phänomenales Stück, vom Miniaturtheater ganz zu schweigen.

PS: Nicht nur der Hals der Giraffe ist sehenswert. Schauen Sie doch mal rein, ins Mathilde in der Westendstr. und gönnen Sie sich eine eigene kleine Auszeit – einfach machen!



30. Oktober 2018

Teilen

Ich genieße gerade ein paar Tage in Mitten der Natur, mit einem weiten Blick, über den bunten, herbstlichen Wald und mit lieben (kleinen) Menschen. Meine beiden Neffen, Hans und Klaus, haben Ferien. Ich mache gleiches und habe mir ein paar Tage mit ihnen Zeit genommen. Das ist wunderbar.

Wir haben viel zu tun und auszuprobieren. Gestern waren wir draußen, haben die Wiesen und den Wald entdeckt. Zurück zu Hause wurden der Reihe nach die Füße massiert. So dass heute Nacht alle tief und fest geschlafen haben. Während meiner Zeit hier haben wir auch das Brettspiel Siedler gespielt. Bei dem es zu einem kleinen Disput kam. Denn Hans, mein großer Neffe, hat sich doch tatsächlich auf die lang ersehnte Stelle, auf der ich ein Haus bauen wollte, selbst ein Haus gebaut. Noch dazu nur einen Spielzug vor mir und das, wo ich bereits mit allen notwendigen Karten für den Hausbau in den Startlöchern saß. Nachdem er sich die letzte fehlende Karte von Klaus und Oma erhandelt hat, die ihm somit den Hausbau ermöglichten (den ich vorab offen kundtat), war ich durchaus etwas mürrisch. Zumal mir dieses besagte Haus endlich die Möglichkeit nach Rohstoffen gebracht hätte, die ich auf Grund der eingangs ungünstiger Platzierung nicht erhielt. Wie auch immer. Ich war spielerisch missgelaunt und sagte das.

Verfaultes Obst @Julia Philipp

Hans tat dies richtig leid. Und nachdem ich theatralisch weiter meinen Unmut kundtat, bot er mir an, dass wir uns das Haus doch teilen könnten. Eine schöne Idee! Und so einfach. Denn als wir am Nachmittag auf einer der Wiesen beim Wald Massen an Äpfeln und Birnen fanden, die scheinbar hingebracht wurden, da dachte ich auch ans Teilen. Der Sommer hat unendlich viel Obst gebracht. Die Ernte war in diesem Jahr enorm. Die Menschen haben so viel, dass sie nicht mehr wissen wo hin damit. Dass die Sachen durchaus teilbar wären, ohne Sie auf einen Platz am Waldesrand zum verfaulen hin zu legen, das war einer meiner Gedanken. Denn Obst kann ja durchaus eingelegt, eingemacht oder gepresst werden. Es kann Marmelade, Gelee, Kompott, Saft, Sirup oder Hochprozentiges daraus gemacht werden. Ganz zu schweigen, von den eingelegten Birnen, die wunderbar im Winter zu einer Süßspeise schmecken. Oder einen frischen Obstkuchen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Doch wegwerfen – muss das sein?!

Teilen kann doch so einfach und noch dazu schön sein. Da haben viele was davon und können sich daran erfreuen. Die Menschen, die geben, als auch die Menschen, die nehmen. Schön, dass mein Neffe so eine glorreiche Idee im Spiel hatte. Ich wünsche mir, noch mehr davon!



24. September 2018

Die Macht der Gedanken oder was Gedanken machen...

Als ich neulich auf dem Weg zur S-Bahn war, hörte ich bei dem Bäcker im Zwischengeschoß eine Frauenstimme, die sagte: „Für mich, zwei schöne Brezen, bitte.“

Bei dem Ausdruck hielt ich einen Moment inne und schmunzelte in mich hinein. Denn was bitte sind denn zwei schöne Brezen? Etwa zwei käsige, oder doch eher die knusprigen, dunkel gebackenen, die mit wenig Salz, die mit viel, Brezen, die gerade sind, oder doch die krummen, die kleinen, die großen… Ich wusste es nicht. Zumindest wusste ich nicht die Definition, der Schönheit, wie diese Frau sie für sich schön empfand. Um das in Erfahrung zu bringen, hätte ich Sie wohl am besten gefragt.

Da ich auf dem Weg war, es nur aus dem Ohrenwinkel vernahm und das letztlich für mich in dem Moment keine weitere Rolle spielte, habe ich es sein lassen, nachzufragen. Wäre ich jedoch unmittelbar an dem Geschehen beteiligt gewesen, hätte ich dies durchaus gemacht. Das ist es, was ich Ihnen generell mal empfehlen kann.

Jede Person hat eine andere Vorstellung. Einzig bei der Formulierung ist häufig noch lange nicht klar, was dahintersteckt. Um dies jedoch verstehen zu können, empfehle ich Ihnen mal nachzufragen. Und selbst wenn Sie denken, es verstanden zu haben, geben Sie mit eigenen Worten und der Formulierung wie Sie das Gesagte der anderen Person verstanden haben, die Aussagen wieder. Damit letztlich wirklich das gemeint ist, was Sie denken, was gemeint sein könnte. Das kann durchaus mal Zeitaufwendig sein, im ersten Moment. Im zweiten wird es sich lohnen, von gleichen Dingen auszugehen, als aneinander vorbei zu reden.

Gutes kommunizieren wünsche ich Ihnen!

PS: In einer meiner Vorlesung stand das Wort Wertschätzung im Raum. Ich fragte die Student*innen, wie sie das Wort für sich definieren. Am Schluss hatte ich lauter verschiedene Definitionen davon.


 


16. September 2018

Die Idee: Ein schöner Nachmittag mit lieben Menschen - in einem / für ein gutes Klima. Einfach zusammenkommen, ratschen, gemeinsam einen Film schauen und dabei das Klima verbessern.

City Kino München @Julia Philipp

Zum Jahrestag für mein einjähriges Bestehen habe ich mir was ganz Besonderes ausgedacht. Ich lade alle Menschen zu einer Zusammenkunft ins City Kino ein. Zum einen möchte ich die Menschen aus meinem Umfeld zusammenbringen, den Austausch und ein gutes Klima untereinander fördern. Zum anderen möchte ich mit dem Event etwas für das Klima in meiner Heimatregion tun. Dem nicht genug: wie es im Kino so üblich ist, gibt es einen Film. In dem Fall habe ich eine Dokumentation gewählt, die mich fernab jeglicher Glaubensrichtung vor kurzem sehr berührt hat, da er genau all die Themen aufgreift, die mich dazu bewegt haben, meinen Weg in die Selbstständigkeit - als Achtsamkeits- und Nachhaltigkeitsberaterin /-trainerin /-coach - zu wagen. Es handelt sich um Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes.

Das ganze Event beruht auf einem Wertschätzungsbeitrag Zu Beginn der Vorstellung geht eine Tüte rum, in die jede Person das hineintun kann, was ihr / ihm das Sonderevent wert ist. Die Einnahmen dienen zur Kostendeckung des Saals, dem leiblichen Wohl und alles Weitere fließt in die Wiederaufforstung des Bayerischen Waldes, der durch die letzten Unwetter in Mittleidenschaft gezogen wurde. Denn ein gutes Klima beginnt bei sich selbst und vor (wie hinter) der eigenen Haustür.


Das Ergebnis @Julia Philipp

Das Ergebnis: Ein herzliches Dankeschön an alle, die da waren als auch denen, die nicht dabei sein konnten und sich so zahlreich gemeldet haben.

Danke, für die Worte, Beiträge, für das Lachen, sich austauschen, das gemeinsame Sein...

 




15. August 2018

Als ich neulich einen Kurs für Achtsamkeit für Führungskräfte gemacht habe, sind in Anbetracht der Schnelllebigkeit und des Zeitdrucks, Übungen zu bewusstem, achtsamem Essen eingeflossen. Denn wir sind auch, was wir in uns aufnehmen. Nahrung, in jeglicher Form, ist ein Bestandteil davon. Die Übung zur Erfassung der Nahrung mit allen Sinnen hat eine Weile in Anspruch genommen. So ein Lebensmittel will von allen Seiten betrachtet und erfasst werden. Daraufhin meinte ein Teilnehmer zum Ender der Übung, er wisse nun, warum, alle Achtsamkeitspraktitizierenden so schlank sind.


Als ich selbst ein paar Tage später zwischen Kundenterminen beim Mittagessen war, ging mir dieser Satz durch den Kopf. Und ich dachte bei mir: „Ich esse gerne langsam und bewusst. Ich erfreue mich an dem Anblick von bunt angerichteten Speisen. Und ich schätze es, wenn ich etwas leckeres, frisches vor mir habe. Dies will ich möglichst lange und bis zum letzten Rest genießen. Dabei schätze ich gerne die Lebensmittel wert. Frage mich auch mal, wo sie denn herkommen und wer wohl am Entstehungsprozess beteiligt war, damit ich nun was zu essen habe. Ich nehme es nicht als selbstverständlich hin, was zu essen zu haben. Und mir dabei sogar noch aussuchen kann, was ich zu essen haben möchte. Alleine wenn ich in einen Supermarkt gehe, bin ich konfrontiert mit Massen an Sorten von Nudeln, nur als ein Beispiel. Im Biomarkt wird es etwas übersichtlicher, aber dennoch habe ich die Wahl. Dafür bin ich sehr dankbar."


Rückblende, irgendwann vor über 30 Jahren:

Als Kind habe ich häufig in der Küche meiner Oma zu Mittag gegessen. Meine Eltern waren beide berufstätig und an den Arbeitstagen von Mama hat Oma oft für meine große Schwester, meinen Cousin, meinen Papa und mich mitgekocht. Dann saßen wir alle versammelt bei ihr in der Küche, auf der Eckbank und haben gemeinsam gegessen. Als alle fertig waren und Oma bereits mit dem Abwasch begann, saß immer noch einer am Tisch - mein Opa.

Er hat in aller Seelenruhe und Gemütlichkeit sein Essen genossen - im wahrsten Sinne. Er hat sich Zeit genommen, langsam und ganz bewusst gegessen. Im Nachhinein ist mir klar, dass er eine ganz andere Zeit erlebt hat. Eine Zeit, in der Essen Mangelware war und er vermutlich häufig gehungert hat. Es war eine Freude, ihm zuzusehen, mit welchem Genuss und welcher Bewusstheit er die Speisen zu sich genommen hat.

Auch beim Morgenkaffee, in dem er für gewöhnlich ein Butterbrot klein gemacht und in den Kaffee eingetaucht hat, so dass die Bröckchen und Fettringe nur so drin schwammen, nahm er sich in aller Ruhe Zeit. Ein Bild, das mir in guter Erinnerung ist.




22. Juni 2018

Die Dinge kommen, wenn auch manchmal anders, als gedacht...

Vor zwei Jahren habe ich meine Vision zum ersten Mal in Worte und Bilder gefasst. Meine Vision ist es, die Menschen vermehrt für sich und die Natur um sie rum zu sensibilisieren. In Anbetracht des Klimawandels, will ich gerne ein Stück zu mehr eigenem guten Klima und dem Schutz der Natur beitragen. Denn letztlich leben wir alle in einem System, das voneinander abhängig ist und sich gegenseitig bedingt. Wir brauchen einander. Ein Aspekt meiner Vision ist ein Seminarhaus, mit achtsamen und nachhaltigen Aspekten. Eine kulturelle Begegnungsstätte wo ich mit allen Sinnen zahlreiche, entscheidungsträchtige Menschen ansprechen kann, um viel zu bewegen.

Wanderung auf

Das Haus gibt es, seit zwei Jahren. Damals kannte ich es noch nicht. An genau diesem Ort habe ich genau vor zwei Jahren ein verlängertes Wochenende verbracht. Es war während meiner Orientierungsphase zur Selbständigkeit. Dort habe ich mitunter entschieden, diesen Weg zu gehen und die Themen zu platzieren, die mich bewegen.

Nun bin ich wieder da, zu Gast in dem Haus, mit den gleichen Ideen, wie es die meinen sind. Ich bin überwältigt. Halte einen Moment inne, auf dem Weg hoch, zum Hörnle. Diesmal bin ich gemächlicheren Schrittes unterwegs. Habe mich angepasst, an den steilen Aufstieg. In mir, habe ich tiefes Vertrauen und das Bewusstsein, dass es kommt wann und wie es sein soll, vielleicht auch etwas anders. Es kommt. Dann, wenn die Zeit dafür reif ist.

Danke Alex, für die Info zum Seinz und Christian für die wundervolle Sonnwende. Ich freue mich, auf alles weitere.




28. Mai 2018

Mit etwas Abstand schauen die Dinge gleich ganz anders aus

Ich war in einem kleinen bayerischen Ort, irgendwo Alpenvorland. Als ich durch den Ort ging, sah ich alte Häuser, die herausgeputzt waren, mit Fassadenbemalung, Häuser aus den achtziger Jahren, mit den klassischen Glaseingängen, die um die Zeit entstanden. Ich traf auf verlebte und ungepflegt wirkende Häuser. Mein Blick fiel auf ganz neuer Häuser, die noch im Rohbauzustand da standen, bei andere war schon alles verputzt und es wohnten scheinbar Menschen drin. Bei weiteren Häusern fehlten einzelne Fenster, es gab Bretterverschläge an den Türen. Diese wirkten verlassen und unbewohnt.

So ist auch das Leben, kunterbunt. In der Detailbetrachtung wirkte es möglicherweise unstimmig und konträr. Als ich allerdings meinen Weg fortsetzte und aus der Ferne, vom Waldesrand, auf den lang gezogenen Ort, mit der Kirche in der Mitte blickte, da wirkte es sehr harmonisch. Nehmen Sie mal Abstand von den Dingen, betrachten Sie sie aus der Ferne und der Blick wird sich ändern.


 

 

14. Mai 2018

Sprich mit mir

Ich war soeben ein paar Tage an einem Fluss wandern. In der ländlichen Region war es üblich, dass die Leute mich auf der Straße einfach grüßten. Ich musste mich erst wieder daran gewöhnen. In Erinnerung an meine Kindheit und Jugend.  


Auf meinem Weg habe ich mich auch an eine Frau erinnert, die mir vor einer Weile erzählte, dass sie ebenfalls auf dem Land aufgewaschen sei und in der ersten Zeit in München in den öffentlichen Verkehrsmitteln alle grüßte. Bis sie merkte, dass sie die einzige war und das wieder sein ließ. Als sie mir das erzählte konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen. Als Landei in der Stadt gab es bei mir anfangs auch so einige Dinge, die ich umstellte. Als ich nun für ein paar Tage auf dem Land diese Offenheit und Herzlichkeit innigst erleben durfte, wünschte ich mir das in die Stadt.

Wie faszinierend wäre es doch, wenn sich unbekannte Personen in der U-Bahn einfach über Themen, die sie gerade bewegen unterhalten würden, an Stelle die neuesten Nachrichten auf dem Handy zu checken. Nachdem so viele Menschen Zuagroaste sind, die vielleicht die gleiche Vertrautheit mit dem direkten Austausch haben, kann ich nur empfehlen: machen Sie das doch mal (wieder) und schauen Sie, wer da um sie so rum ist. Viel Freude beim Ratschen und sich austauschen!



30. April 2018

Wünsch dir was...

Es liegt schon eine Weile zurück, als ich in den winterlich kalten Monaten in der Sauna saß. Beim Verlassen der Sauna und dem Gang zu den Kleiderhacken, die in der Nähe der Dusche angebracht sind, fiel mein Blick auf ein leichtes Saunatuch. Als ich das mit Blumenmuster gewebte Tuch ansah, kam der Gedanke auf: das wäre auch für mich praktisch, denn so hätte ich weniger Gepäck. Die ganzen Utensilien von großem bis kleinen Handtuch, Bademantel, Buch, Kosmetika, Getränk usw. füllen meinen Rucksack gut aus. Ich habe den Gedanken keine weitere Beachtung geschenkt und auch nicht darüber gesprochen.

Als ich in diesem Monat Geburtstag hatte und das mit rotem Papier und grüner Schleife verpackte Geschenk meiner Schwester öffnete, war genau ein solches Saunatuch drin. Ich musste innerlich schmunzeln, sicher auch äußerlich und habe mich sehr gefreut. Aus vielerlei Erfahrung darf ich Ihnen sagen, das mit dem wünschen funktioniert wunderbar, wenn Sie Ihren Wunsch nicht weiter beachten. Umso schöner ist es, wenn er von tiefstem Herzen kommt.

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen viel Freude beim Wünschen und in Erfüllung gehen!


PS: In dem Paket lag oben auf eine Karte mit einer Pusteblume und dem Spruch: "Wünsch dir was..."



26. März 2018

Bitte iß was gscheids

Mein Papa ist sehr an meinem Wohlergehen interessiert und so kam es zu folgendem Auszug eines Telefonats mit ihm. Er fragte mich, was ich denn gegessen hätte. Die Antwort lautete: Hirsebrei, mit Obst und Nüssen. Dies schien ihn nicht zufrieden zu stellen. Denn er meinte daraufhin. „Schaust aber schon, dassd mal wida was gscheids zum Essn bekommst. Was deftiges, bayerisches, so was mit Fleisch“.

Ich musste sehr schmunzeln. Denn Fleisch gehört in meiner Familie zur Tagesordnung. Und an den Fleischlosen Tagen, wie Dienstag und Freitag, wo Mehlspeisen und Fisch auf dem Programm stehen, gibt es am Abend dann mindestens eine Brotzeit mit Wurst.

Ich selbst habe mich vom Speiseplan meiner Kindheit und Jugend unbewusst distanziert und in eine andere Richtung entwickelt. Los ging es vor rund zehn Jahren, als ich auf Empfehlung eine Weile Schweinefleisch aus meinem Speiseplan gestrichen habe. Mittlerweile kann ich Schweinefleisch nicht mehr riechen und mag es als reines Fleisch nicht mehr essen. Im Laufe der Jahre habe ich Fleisch aber auch Wurst mehr und mehr reduziert. Nicht weil ich es in Frage stellte, das tat ich in gewisser Weise immer. Durch den regionalen Konsum und der scheinbar guten Tierhaltung jedoch nur bedingt. Sondern weil es sich so ergab, wie so vieles sich im Laufe der Zeit bei mir im unbewussten / intuitiv entwickelt hat.

In dem Telefonat habe ich meinem besorgten Papa dann erläutert, dass der Hirsebrei für mich was gscheids ist. Ich mich damit wohl fühle und merke, wie gut mir die Nahrung tut, die ich in Summe esse. Obendrein trage ich dazu bei, den CO2 Ausstoß kleiner zu halten. Denn jedes Tier, das für den menschlichen Verzehr gehalten wird, verbraucht in etwa sieben bis acht Getreideeinheiten. Von diesem Getreide könnte bereits eine Menge an menschlicher Nahrung produziert werden.

Kurzum: jeder kann was beitragen, zur Verbesserung des eigenen Klimas, guten Körperempfindens und globalen Klimas. Also achten Sie darauf, dass Sie was gscheids essen.



16. Januar 2018

Folge deinem Instinkt...

Neulich habe ich eine Freundin besucht, die vor kurzem Mutter einer Tochter geworden ist. Wir hatten uns zu einem späteren Frühstück verabredet und neben uns beiden, hatte auch die Kleine Hunger. Sie will scheinbar exakt alle zwei Stunden was trinken. Da kann meine Freundin quasi die Uhr bzw. neuerdings die App danach stellen. Eine Einrichtung, die wir alle haben. Damit ist nicht die App gemeint, sondern den Instinkt. Dieser ist jedoch über die Laufe der Jahre und die Einflüsse von außen ein Stück aus dem Sichtfeld getreten. Konzentrieren Sie sich wieder mehr, auf sich. Dann kann der Instinkt wachsen und gedeihen.



07. Januar 2018

Multitasking ist einfach nicht...

Ich wollte es wieder einmal probieren: Socken aufhängen, Nachricht beantworten,  parallel ein Spiegelei machen und die Homepage aktualisieren. Alles in Kombination kann jedoch nur schief gehen! Die Emotion Ärger, über mich selbst, ist dann innerlich hoch gekocht. Denn die liebste Pfanne, so ein kleine, in einer meiner liebsten Grünfarben, war ruiniert. Die Nachricht ging daneben, zumindest der Inhalt und die vielen wohl gewählten Worte für die Homepage waren verloren. Da ich in Anbetracht der nebenher laufenden Dinge, auf die falsche Taste kam, ohne vorab zu speichern. Einzig die Socken, die hingen gut.

In Wirklichkeit waren es jeweils nur zwei Sachen parallel. Aber gescheitert ist auch das. Also seien sie achtsam im Moment und tun sie ein Ding nach dem anderen. Mehr ist nicht möglich. Ich durfte es selbst wieder einmal leibhaftig erfahren.



22. Dezember 2017

Ich selbst nehme mir die letzte Geschicht zum Beispiel, um allen Danke zu sagen, die mich auf meinem Weg begleitet haben und vor allem in letzter Zeit mit mir durch die Entwicklung- und Gründungszeit gegangen sind.

Allen voran meinen Eltern - Danke, dass ich bin. Ebenso meinen Großeltern, Urgroßeltern... Danke!

Meiner großen Schwester, durch die ich wachsen konnte. Meinen beiden wundervollen Neffen, durch die ich wieder mehr durch Kinderaugen sehen kann. Etwas, was ich immer getan habe, durch sie jedoch wieder verstärkt tue. Denn das Leben kann so einfach sein, wenn das Denken nicht wäre. Danke auch meinem Schwager, dass ich so tolle Neffen habe!

Mein besonderer Dank geht an Martina, die mich immer wieder geerdet hat. Petra, für deine bescheidene, immerwährende Freundschaft. Simone und Doreen, denen ich trotz Ferne, weiter verbunden bin. Susanne, an der ich selbst wachse. Marcus, mein treuer Begleiter und immer wieder Motivator! Vladi, für die Gespräche, gerade als es nicht so rund lief. Ina, Steffi, Stefan und Caro, die mal mehr und mal weniger da waren, aber einiges zum Finden der Wegkreuzung beigetragen haben. Die Anstosser des Ganzen, meine W.E.G. Gruppe um Claudia und Melanie, danke euch allen von Herzen. Mein bester Moment, als ich endlich die Welt rund gesehen habe! Danke an Eva, Franzi, Graciela, Kerstin, Nataliya, Angele und Celine. Ihr seid spitze und ward mir eine große Unterstützung.

Danke an die gesamten Personen, die ich in letzter Zeit bei Fort- und Weiterbildung kennen lernen und in der Zeit mit ihnen mich noch tiefer erfahren durfte. Zwei Personen, die dieser Zeit entspringen, möchte ich von ganzem Herzen danken. Nasrin, für deine beflügelnden Worte und Ole, für die tiefsinnigen Gespräche. Alleine die Wortspiele waren mir immer eine Freude. Ich hoffe auf noch ganz viele davon. Danke an Karin, die durch eine schwere Zeit ging und dennoch nichts von ihrer Fröhlichkeit verloren hat. Du hast mir leibhaftig gezeigt, trotz allem, dem Moment was Positives abzugewinnen. Inge, schön, dass ich dich getroffen habe und mit dir die ein und andere musikalische Inspiration erfahren durfte. Matthias, ein herzliches Dankeschön für die natürlichen Bilder.

Danke an Anja, die sich um meine Steuern kümmert und mir mit Rat, Tat und Kontakt zur Seite steht. Danke an die Syntopiker rund um Hajo und die Möglichkeit im Ruffinihaus zu arbeiten, dank Beate und Anja. Danke an Anne, die den Einzug ins Ruffinihaus möglich gemacht hat! Danke an meinen Friseur, der nicht nur meine Haare in Ordnung gebracht hat. Danke für die kulturellen und menschlichen Kontakte durch dich. Danke an Gaby und Edith, durch die eine weitere Tür aufging, zum Wortwechsel in violett.

Danke für die Personen, durch die ich lernen und wachsen durfte. Danke für die Tiefen, denn umso schöner waren die Höhen. Danke an meine gesamte Familie und alles, was ich durch meine Rolle(n) im Laufe meines Lebens erlernen durfte. Danke meinen alten Freunden in der Heimat, der Weite des Blicks und der Frische der Luft dort. Danke, Mama für den Glaubenssatz, dass ich alles schaffe!

Danke an meine ehemalige Kollegin Ingrid, die regelmäßig und immer gleich als erste meine Kurse besucht hat. Das hat mich sehr gefreut. Danke an Fritz und Inge, dass ihr einfach da ward. Danke an meine Nachbarinnen, für die Gemüseversorgung und die Worte zwischendurch. Danke an alle von nebenan, für die rege Teilnahme an den Events und speziell für den Wasserkocher.

Danke an Bernhard und das Atelier am Isartor, die besonders in der ersten Entstehungsphase meiner Vision eine regelmäßige Anlaufstelle waren. Danke für die Ratschläge, Kaffees und Mittagessen mit euch. Es war wundervoll. Danke an Nina, für das erste „Experiment“. Danke an alle weiteren Kunden. Durch euch bin ich inspiriert und gestärkt weiter zu machen. Danke an alle die mich mental unterstützt haben und mit mir die ein oder anderen Wehwechen ausgetrieben haben. Danke an den Gasteig und die Staatsbibliothek, wo ich viel Zeit zum Lesen und Finden verbracht habe.

Danke an Thich Nath Hanh für alle seine Bücher. Denn damit konnte ich nachlesen, was sich alles bereits in meinem Kopf, meinen Gedanken und Handeln abspielt. Eine große Bereicherung, dass dies in einfachen, klaren und liebevollen Worten zusammengefasst ist. Danke Helga, für die Einladung ins Intersein, mit Blick auf mein Heimatdorf.

Danke den vielen weiteren Schriftstellern, vor allem philosophischer und psychologischer Themen, Danke den Regisseuren und allen Mitwirkenden von Dokumentationen, besonders hinsichtlich Nachhaltigkeit, Danke dem Münchner Klimaherbst und allen Beteiligten – gut dass ihr da seid. Danke an alle, die bereits nachhaltig unterwegs sind, privat wie beruflich. Ein herzliches Danke dem Zukunftswerk. Danke den für mich inspirierenden Musikern. Danke Christian, für den erdenden Aufenthalt auf dem Feld Fünf.

Danke an die rauschende Isar, die mich mit ihrer Natürlichkeit ein Stück meines Weges begleitet hat. An die pfeifenden Vögel, vor meinem Fenster, an die gurrenden Tauben, an den Baum, den ich jeden Morgen vor Augen habe, wenn ich meine Qi Gong Übungen mache oder einfach einen Tee trinke. Danke an die beiden älteren Nachbarinnen von gegenüber für das freundliche Lächeln und Winken. Schön, dass auch ihr nun euren Balkon nutzt. Danke allen, für… alles! Ich könnte vieles, vieles und noch mehr aufzählen und ich wäre vermutlich noch immer nicht fertig. Deshalb einfach – DANKE



27. November 2017

„Schön machst du das, Julia.“ Das waren die Worte, die die dreijährige Tochter einer Freundin gestern zu mir sagte, als ich Sterne und Schmetterlinge zum Dekorieren auf die Plätzchen gelegt habe. Wie wundervoll, solche Worte, aus diesem kleinen Mund. Einfach so.

Weil ich selbst die letzten zwei Samstage so tolle Menschen im Ruffinihaus zum völlig ausgebuchten gecoachten Tee / Kaffee begrüßen durfte, möchte ich das aufgreifen und zum Anlass nehmen, um einfach mal Danke zu sagen. An alle, die da waren - es war wunderbar, ihr ward wunderbar!

Ich finde, das ist etwas, was wir viel häufiger tun sollten. Den Menschen um uns herum zu sagen, was sie gut machen oder einfach, wie schön es ist, dass sie da sind. Vielleicht wollen Sie das aufgreifen und selbiges tun. Direkt und persönlich, im Gespräch. Oder indirekt, mit einer Karte, einer kleinen Geste oder einer kurzen Nachricht. Es braucht nicht viel dafür, um positive Wörter und Gedanken in das Leben und die Welt zu streuen.

In diesem Sinne eine wohlwollende und entspannte Vorweihnachtszeit, mit reichlich positiver Energie, einem Strahlen im Gesicht und innerer Ruhe.

 

PS: Als die Kleine ankam, hatte sie den rechten Schuh am linken Fuß und den linken Schuh am rechten Fuß. Nach ihrer Meinung war das völlig richtig rum. Recht hat sie. Denn es ist immer alles eine Sache der Perspektive. Vielleicht als Anstoß, selbst mal die Ansicht zu überdenken. Natürlich kann es auch was anderes sein, als die Schuhe. Probieren Sie doch mal aus, auf dem Weg in die Arbeit oder zurück, einen anderen Weg zu nehmen, als für gewöhnlich. Gehen Sie mit offenen Augen und schauen Sie wie ein/e dreijährige/r, die / der jeden Tag die Welt neu entdeckt. Von ganzem Herzen, viel Spaß dabei 😊



1. November 2017

Hans, mein zehnjähriger Neffe, sagte vor zwei Tagen zu mir: „Tante, ich habe heut mit Klaus (sein kleiner Bruder) meditiert. Und stell dir vor, wir waren nachher viel besser beim Tablettspiel.“

Ich musste sehr schmunzeln.

Denn zum einen habe ich Hans lediglich einmal gezeigt bzw. erklärt was Meditation ist. In dem Zusammenhang habe ich ihm gesagt, dass er sich besser in der Schule konzentrieren kann, wenn er das regelmäßig macht.

Zum anderen, konnte er sich ohne Wiederholung meiner Information, ein paar Monate später, an das Meditieren erinnern. Er hat es angewandt und dabei gleichzeitig noch jemand mit einbezogen. Das hat mich unheimlich gefreut.

Dass er hinterher scheinbar Erfolg in seinen Aufgaben hatte, welche auch immer, das fand ich besonders schön. Denn genau das ist es, was dadurch möglich ist. Der Geist ist frisch und frei, für jegliche weitere Aktivität.

 

Rückblende:

Sommerferien 2017, Hans ist bei mir zu Besuch. Drei Nächte lang bleibt er in der Stadt. Wir haben einen Bummel über die Dult geplant, Isarbaden, eine Fotoausstellung und einen Museumsbesuch. In der Stadt gefällt es Hans ganz gut. An einem weiteren Tag ist ein Wanderung in das Umland geplant. Raus aus der Stadt, lang an der Isar und rauf auf den Berg.

Rauskommen, das ist das Stichwort. Denn morgens beim raus kommen aus dem Bett, gehe ich auch im August meinem täglichen Prozedere nach. Ich mach ein paar Qi Gong Übungen oder den Sonnengruß aus dem Yoga. Hans beobachtet das.

An dem Tag, als wir raus fahren wollen zum Wandern, haben wir lange geschlafen. Wir haben jedoch eine mehrstündige Wanderung vor uns.  Hinzukommt die Hin- und Rückfahrt sowie die begrenzte Öffnungszeit einer Bergbahn. D.h. die Zeit am Morgen ist nicht sonderlich ausufernd, um alles unterzubekommen. Ich lasse die morgendlichen Übungen ausfallen. Hans bemerkt das und weißt mich gleich darauf hin, dass ich den Sonnengruß nicht gemacht habe.

Das ist es, was jegliche Form der Innenkehr ausmacht: Kontinuität!

Selbst und gerade, wenn es zeitlich enger ist, darf die Stille und Einkehr zu sich selbst niemals zu kurz kommen. Im Gegenteil, genau dann ist es relevant. Hans hatte recht mich zurecht zu weisen, übe und zwar täglich.


 
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